Nr.125/2013
„Wo waren die GRÜNEN eigentlich in den vergangenen zwei Jahren im Parlament? Ein Miteinander in der Kommunal- und Verwaltungsreform war vielfaches Angebot der CDU-Fraktion und Ziel zahlreicher Anträge. Jetzt, wo es eng wird, und die Zwangsfusionen umgesetzt werden sollen, will man die CDU im Boot haben. Die Menschen im Land haben längst erkannt, dass die Köbler-Aussagen unglaubwürdig und reine Show sind.“ Dies erklärte die kommunalpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Anke Beilstein, zu den Forderungen der Grünen im Land, eine
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Die Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Julia Klöckner hat gemeinsam mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktion und Mediziner, Dr. Peter Enders, und dem CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Biebricher auf Einladung des Chefarztes Generalarzt Dr. Michael Zallet das BundeswehrZentral- Krankenhaus in Koblenz besucht. Diese über 55 Jahre bestehende Klinik ist als größte militärische Behandlungseinrichtung in Deutschland fest in das zivile rheinland-pfälzische Gesundheitsnetz integriert. Mit seinen 18 Fachabteilungen stellt es ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung dar. Für die über 506 Betten stehen rund 1700 militärische und zivile Mitarbeiter zur Verfügung. Zur Behandlung ziviler Patienten gibt es einen Versorgungsvertrag für 125 Betten.
Julia Klöckner konnte sich von der Leistungsfähigkeit der zivil- militärischen Zusammenarbeit des Bundeswehrzentralkrankenhauses überzeugen. Besonderes Augenmerk legte sie auf die seit 1995 bestehende Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßchirurgie und die Arbeit des Notfallmedizinischen Zentrums am BundeswehrZentralkrankenhaus. “Das Rettungszentrum für die bodengebundene Rettung mit Einbindung in den Notfalldienst der Region Koblenz und die Beteiligung an der zivilen Luftrettung mit dem Rettungshubschrauber Christoph 23 im Verbund mit dem ADAC ist eine wichtige Säule der notfallmedizinischen Versorgung im Norden von Rheinland-Pfalz“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende. Positiv bewertete sie auch, dass die Klinik sich als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Mainz intensiv an der studentischen Ausbildung im Praktischen Jahr beteiligt.
„Das BundeswehrZentralkrankenhaus ist ein Flaggschiff der medizinischen Versorgung in Rheinland-Pfalz„ , so das Resume von Frau Klöckner. Dr. Peter Enders betonte abschließend, dass die Klinik erfolgreich von Joint Commission International zertifiziert wurde. JCI gilt weltweit als anspruchsvollste Zertifizierung. Bundesweit können nur weitere 3 Krankenhäuser diese Zertifizierung vorweisen.
Nein, entsorgt habe ich meinen Organspendeausweis nicht. Allen Negativmeldungen zum Trotz. Seit über 20 Jahren trage ich ihn in meinem Portemonnaie. Im Tod brauche ich keine Organe mehr, alle kann man dann von mir haben. Vermerkt habe ich auf meinem Ausweis jedoch, dass ich einer Gewebespende widerspreche. Weil es immer wieder abschreckende Schlagzeilen über den Gewebehandel gab. Meine Organe sollen - im Fall der Fälle - keinen Geldgewinn, sondern Lebensrettung bringen. Leben ist unbezahlbar und ein hohes Gut. Hier geht es nicht um Komfortfragen, um Zwei- oder Einbettzimmer, es geht nicht darum, aus der eigenen Tasche noch was drauf zu legen, damit es ein bisschen angenehmer wird. Bei einer Transplantation geht es um Alles oder Nichts. Und genau das verbietet - aus ethischen Gründen - , dass mit einer anderen Währung als der der Dringlichkeit gerechnet wird. Zumal der Bedarf an Organspenden weitaus größer ist, als gespendete Organe zur Verfügung stehen. Lebensrettung wäre theoretisch für viele möglich, praktisch ist sie es aber nur für eine begrenzte Zahl. Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Tod liegen nah beieinander. Hier Schicksal zu spielen, ist verlockend. Es ist aber ein Gebot von Gerechtigkeit und Menschlichkeit, dem einen Riegel vorzuschieben. Deshalb war das Vertrauen in die gerechte Verteilung der Organe über Eurotransplant bisher groß: Wer ein neues Organ am Dringendsten hat, der steht ganz oben auf der Liste - unabhängig von Vermögen, Hautfarbe oder Reputation.
Und nun das: Ärzte haben die, die keine Zeit mehr haben, erneut in die Warteschleife geschickt, weil sie ihre eigenen Patienten bevorzugten. Durch Manipulation von Daten. Um für ihre Patienten schneller an ein Organ zu kommen, haben Ärzte auf dem Papier ihre Patienten kränker gemacht als sie sind. Das ist ein Skandal und ein Erdbeben. Vertrauen ist massiv erschüttert, Aufklärungserfolge der Vergangenheit sind zunichte gemacht. Das wird vielen Menschen das Leben kosten. 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Drei sterben schon jetzt jeden Tag. Die Erhöhung der Spendezahl durch Änderung des Transplantationgesetzes, durch die Einführung der Entscheidungslösung, war vielen Kollegen und mir deshalb viele Jahre ein Anliegen. Angela Merkel, damals noch Vorsitzende der Unionsfraktion, konnten wir gewinnen, einen Ausweis auszufüllen und öffentlichkeitswirksam für die Spendenbereitschaft zu werben. Darum machen die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle so wütend, weil all das Mühen um den guten Ruf der Organspende zunichte gemacht wurde.
Aber wer trägt die Schuld? Das Gesetz, der Arzt, der Patient? Ethik hin, Verteilungsgerechtigkeit her: In der Not sind Menschen zu Vielem fähig, und mit Geld zu noch mehr im Stande. Es ist nachvollziehbar, dass ein Sterbender sich an jeden Strohhalm klammert, gerade, wenn beim Warten auf ein lebensrettendes Organ die Uhr laut tickt. Kann man es jemandem verübeln, dass er bereit ist, Geld für die Wartezeitverkürzung zu zahlen? Es ist verständlich. Aber dass diese Bereitschaft unterstützt wird und tatsächlich umgesetzt werden kann, ist sträflich.
Da wurde gerade erst im Deutschen Bundestag das Organspende- und Transplantationsgesetz geändert mit dem Ziel, mehr Menschen als Organspender zu gewinnen. Doch der Skandal mit manipulierten Krankenakten und den Mauscheleien auf Wartelisten an den Uni-Kliniken Regensburg und Göttingen torpedieren nun breitflächig diese Bemühungen. Das Vertrauen in die Transplantationsmedizin schwindet, weil in Deutschland offenbar immer häufiger Spenderorgane an der offiziellen Warteliste vorbei verteilt werden. Kaum einem war klar, dass auch ganz legal immer mehr Krankenhäuser die Empfänger von Spender-Organen immer öfter selbst auswählen. In dem so genannten „beschleunigten Vermittlungsverfahren” verteilen sie sie dann direkt an die Patienten. Inzwischen jedes vierte Herz und fast jede zweite Bauchspeicheldrüse. Von 2007 bis Mitte 2012 ist die Vergabe bei Lebern über das „beschleunigte Verfahren“ von 27 auf 41 Prozent gestiegen. Dieses Schnellverfahren geschieht, wenn aus organisatorischen Gründen oder wegen des Zustands des Spenders der Verlust eines Spenderorgans droht. Ein zulässiges, aber auch anfälliges Verfahren. Ein Weiter so kann und darf es deshalb nicht geben. Das Manipulieren von Patientendaten ist ein Fall für den Staatsanwalt, das beschleunigte Verfahren eines für den Gesetzgeber. Denn auch das beschleunigte Verfahren kann missbraucht werden – wenn Organe in den Akten „kränker” gemacht werden können, um das übliche System der Organverteilung zu unterlaufen. Die Kontrolle ist - gelinde gesagt - optimierbar, und die Transparenz lässt zu wünschen übrig. Verdachtsfälle oder Regelverstöße müssen zwar an die Überwachungs- und die Prüfkommission gemeldet werden. Wo Transplanteure Recht brachen und welche Konsequenzen das hatte, erfährt die Öffentlichkeit aber nur selten. Einiges muss sich ändern, damit Gutes bleibt:
1) Bei der Anmeldung eines Patienten für die Warteliste muss mehr als - wie bisher - nur ein Arzt alleine zuständig sein. Künftig sollten mehrere Mediziner die Daten eines potenziellen Organempfängers gegenzeichnen, um Missbrauch zu verhindern.
2) Da bei dem Skandal in Göttingen offenbar Laborwerte verfälscht wurden, müssen die Daten, die Eurotransplant schickt, noch einmal von einem Laborarzt überprüft werden.
3) Alle Transplantationszentren müssen darauf überprüft werden, ob dort bisher richtig gearbeitet wurde. Ob das mit Kontrollen innerhalb des Systems glaubwürdig ist, ist fraglich.
4) Nach amerikanischen Vorbild sollten spezielle Prüfer eingesetzt werden, die flächendeckend, verdachtsunabhängig strenger kontrollieren und ganze Transplantatinos-Verläufe begutachten.
5) Es muss überprüft werden, ob das private in ein staatliches Organspendesystem überführt werden muss. Es geht hier um Leben und Tod, und das kann man schwer einer unreglementierten Selbstverwaltung überlassen.
6) Klare und harte Strafen bei Verstößen mit Entzug der Approbation oder der Schließung von Transplantationszentren dürfen keine Ausnahmen mehr sein.
7) Mehr Transparenz und Öffentlichkeit sind nötig. In regelmäßigen Berichten muss über die Lage der Organvermittlung informiert werden.
Organspende isdiane bleibt gelebte Solidarität. Die Vorfälle an den Transplantationszentren in Göttingen und Regensburg dürfen uns nicht entmutigen, für die Organspende zu werben. Ich trage deshalb stets einen weiteren, unausgefüllten Spendeausweis in meinem Portemonaie - für den, der noch keinen hat.
Julia Klöckner (39) studierte u.a. Theologie und war als Bundestagsabgeordnete Leiterin der Arbeitsgruppe "Transplantationsmedizin" in der Ethik-Kommission des Deutschen Bundestages. Heute ist sie Fraktions- und Landesvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz