• Infobrief
  • Twitter
  • Youtube
  • Youtube Audio
  • Facebook
  • RSS-Feed

Inhalt

Verkäufe aus der Sammlung Rau im Arp-Museum

Brigitte Hayn:

Droht im Arp-Museum der Ausverkauf?

„Wir wollen, dass das Arp-Museum eine gute Zukunft hat. Berichte, nach denen nun Werke aus der Kernsammlung Rau verkauft wurden oder noch verkauft werden sollen, machen uns allerdings Sorgen. Es darf nicht zum Ausverkauf im Arp-Museum kommen“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Brigitte Hayn. Mindestens ein Gemälde der so genannten Kernsammlung sei bereits verkauft worden, obwohl in dem Leihvertrag zwischen der Landesstiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck, UNICEF und dem Nachlasspfleger des Kunstsammlers Dr. Gustav Rau im Jahr 2008 vereinbart worden war, dass die Leihgaben aus der Kernsammlung bis zum Jahr 2026 dem Arp-Museum zur Verfügung stehen sollen. Eine Öffnungsklausel in dem vom damaligen Staatssekretär im Bildungsministerium abgeschlossenen Vertrag habe den vorzeitigen Verkauf möglich gemacht. Ministerin Ahnen müsse sich hierzu im Kulturausschuss erklären.

„Nachdem die Landesregierung seinerzeit den Bau des Museums durchsetzte, muss sie nun auch dessen langfristige Bespielung sicherstellen. Wir sind an einer guten Zukunft des Museums interessiert und haben Fragen an die Landesregierung, zum Beispiel, ob neben dem nun bestätigten Verkauf bereits weitere Werke aus der Kernsammlung verkauft wurden. Liegen der Landesregierung inzwischen Erkenntnisse vor, ob und gegebenenfalls wie viele Verkäufe noch geplant sind? Wir möchten von Ministerin Ahnen wissen, ob aufgrund der ‚Öffnungsklausel‘ theoretisch alle Bilder der so genannten Kernsammlung bereits vor dem Jahr 2026 verkauft werden könnten und welche Kunstwerke das Museum in diesem Falle ausstellen möchte. Weiterhin fragen wir uns, ob diese Thematik Gegenstand der damaligen Vertragsverhandlungen war und warum der Vertrag in dieser Form überhaupt zustande kommen konnte. Wir möchten außerdem wissen, ob die Landesregierung die von Kunstrechtsanwälten vertretene Auffassung teilt, dass der Verkauf der Werke dem Willen des Stifters, Dr. Gustav Rau, widerspreche und somit nicht erfolgen dürfte. Hierzu erwarten wir Antworten der Ministerin Ahnen“, erklärt Brigitte Hayn.


Hintergrund:
Laut einer Pressemitteilung der Landesregierung vom 29. Oktober 2008 wurde im Jahr 2008 ein Leihvertrag zwischen der Landesstiftung Arp-Museum Bahnhof Rolandseck, UNICEF-Deutschland und dem Nachlasspfleger des Kunstsammlers Dr. Gustav Rau geschlossen. Eine von Dr. Rau festgelegte „Kernsammlung“ sollte dem Arp-Museum bis zum Jahr 2026 zur Verfügung gestellt werden.

Nach neuen Medienberichten verkauft UNICEF derzeit jedoch Werke aus der Sammlung Rau, darunter auch mindestens ein Werk aus der sog. „Kernsammlung“. Dies hat die Landesregierung jetzt auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Guido Ernst und Brigitte Hayn bestätigt (Drs. 16/3142). Das Bild wurde freihändig verkauft. Möglich war dies aufgrund einer „Öffnungsklausel“ im Leihvertrag.

07. Januar 2014

Kontextspalte