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Interview Bildungsministerin Hubig / Rhein-Zeitung

Simone Huth-Haage:

Erzieherinnen sind nicht schlecht qualifiziert, sondern die Gruppen zu groß

Die Beauftragte der CDU-Landtagsfraktion für frühkindliche Betreuung und Bildung, Simone Huth-Haage, widerspricht Bildungsministerin Hubig. Die Ministerin hatte in einem heute in der Rhein-Zeitung erschienenen Interview u.a. angedeutet, die Kita-Träger auf Qualifizierungsmaßnahmen verpflichten zu wollen. Dazu Simone Huth-Haage:

„Erzieherinnen und Eltern verlangen zu Recht mehr Qualität in den Kindertagesstätten. Dabei ist entsprechende Fortbildung wichtig und notwendig, keine Frage. Knackpunkt in Rheinland-Pfalz ist aber nicht die Qualifizierung der Erzieherinnen. Sie verfügen bereits über eine sehr gute Ausbildung. Zudem besuchen sie sehr regelmäßig berufliche Fortbildungen.

Frau Hubig lenkt vom eigentlichen Problem ab: Das liegt in den Gruppengrößen und im notwendigen zusätzlichen Personal zur individuellen Förderung und Schulvorbereitung. Insbesondere die Kindergartengruppen, in denen auch ein- und zweijährige Kleinkinder zusammen mit Kindern bis sechs Jahren betreut werden, sind oftmals zu groß. Noch so viel Engagement und Wissen der Erzieherinnen helfen hier nicht, um den Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen und der einzelnen Kinder gerecht zu werden.

Wer neue und zusätzliche Anforderungen an die Kitas stellt, wie z. B. Bildung, Integration von Flüchtlingen und Inklusion, kann nicht mit einem jahrzehntealten Betreuungsschlüssel operieren. Das weiß auch Frau Hubig, die nun den Fokus der Aufmerksamkeit auf Nebenschauplätze lenken will. Dann auch noch den Kitaträger die Verantwortung zuzuschieben, ist unanständig.

Mit der geplanten Kita-Gesetznovelle ist die Landesregierung in der Pflicht, für zeitgemäße Gruppengrößen zu sorgen und die Kommunen mit der Finanzierung nicht alleine zu lassen. Die aktuellen Aussagen von Frau Hubig lassen jedoch nichts Gutes erahnen.“

07. Juli 2017

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