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Ehrenamtstag

Julia Klöckner:

Ehrenamt braucht mehr Unterstützung – Ehrenamts-Service-Agentur/Ehrenamtsstiftung nötig

Die Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Julia Klöckner, fordert bessere Unterstützung für das Ehrenamt und schlägt die Einführung einer Ehrenamts-Service-Agentur bzw. einer Ehrenamtsstiftung vor:

„Das Ehrenamt ist einer der zentralen Grundpfeiler unserer Gesellschaft, unseres Zusammenlebens. Mütter und Väter, Männer und Frauen, Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit im Sportverein als Trainer, im Förderverein der Kita, bei der freiwilligen Feuerwehr, bei Rettungsdiensten, in den unterschiedlichsten sozialen, kulturellen oder kirchlichen Einrichtungen oder eben auch in der kommunalen Selbstverwaltung engagieren: Ohne sie wären viele wichtige Leistungen, die für die Gemeinschaft erbracht werden, nicht denkbar. Müsste der Staat alles das, was durch bürgerschaftlichen Einsatz für die Gemeinschaft getan wird, übernehmen, wäre er überfordert. Finanziell und Personell. Unsere Gesellschaft würde nicht nur an Zusammenhalt und Wärme verlieren. Viele Leistungen würden schlichtweg wegfallen.

Rund 31 Millionen Menschen in unserem Land engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Mehr als 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahren sind in ihrer Freizeit ehrenamtlich tätig. Das sind beeindruckende Zahlen. Aber das Ehrenamt braucht, wenn wir es erhalten wollen, mehr Unterstützung durch das Hauptamt.    

Die Ehrenamtsbeauftragten in den Staatskanzleien der Länder und auch unterstützende Strukturen auf der kommunalen Ebene sind wichtig. Dort wird gute Arbeit geleistet. Das reicht aber als Unterstützung für die Millionen ehrenamtlich Tätigen nicht aus. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Belastungen durch das Arbeitsleben hoch sind. Das Ehrenamt mit einem engagierten Berufs- und Familienleben zu vereinbaren, stellt eine Herausforderung dar. Hinzukommt, dass unsere Welt komplizierter wird. Wer sich ehrenamtlich engagiert, sieht sich vielfach einer Fülle von Vorschriften und bürokratischen Regelungen gegenüber, die zu beachten sind. Das ist abschreckend. Manch einer nimmt da, aus Sorge, sich trotz der guten Absicht einen Haufen Ärger einzuhandeln, eher Abstand von bürgerschaftlichem Einsatz.

Unser Ziel muss aber sein, das Ehrenamt nicht kompliziert, sondern leicht zu machen. Das geht nur, wenn ehrenamtlich Tätige und Vereine von Bürokratie entlastet werden. Und das Ehrenamt muss mehr Unterstützung durch das Hauptamt finden. Hier müssen Bund und Länder Hand in Hand arbeiten.

Ich plädiere für die Errichtung einer Ehrenamts-Service-Agentur oder einer Ehrenamtsstiftung. Hier geht es z.B. um Beratung und Information, um Vernetzung und Austausch, um Weiterbildung und auch darum, das ehrenamtliche Engagement im Sinne von öffentlicher Anerkennung und Wertschätzung sichtbar zu machen. Der Bund kann hier mit einer entsprechenden Einrichtung, Entwicklungen in den Ländern anschieben.“    

10. September 2017

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